Re: Kiruna, eine Stadt zieht um
31 Min.
Verfügbar bis zum 18/11/2026
Sendung vom 21/11/2025
Eine Kirche, die mehrere Kilometer weit an einen neuen Standort „wandert“, das war der spektakuläre Höhepunkt des Umzugs der nordschwedischen Stadt Kiruna. Weil der Eisenerzabbau immer näher rückt, müssen große Teile der Stadt weichen. Viele Gebäude werden abgerissen, und das neue Zentrum besteht zum großen Teil aus Neubauten. Bei den Bewohnern von Kiruna sorgt das für Unmut.
Auf den Tag, an dem die Kirche ihren angestammten Platz verlässt, hat Stefan Holmblad Johansson mehrere Jahre lang hingearbeitet. Er ist beim Minenunternehmen LKAB zuständig für den Kirchenumzug. Doch auch persönlich ist er eng mit der Kirche verbunden, wie viele Menschen in Kiruna. Die Schweden haben die Kirche vor ein paar Jahren zum schönsten Gebäude des Landes gewählt. Der Umzug der Kirche wurde medienwirksam als Volksfest inszeniert.
Dabei ist der Umzug für die meisten Menschen kein Grund zur Freude. Lina Brännström ist in der Nähe des alten Stadtzentrums aufgewachsen. Heute vermeidet sie, dorthin zu gehen. Die meisten verbliebenen Gebäude stehen leer, viele andere sind schon abgerissen. „Wir haben so viele Versprechungen bekommen, schöne Worte – doch am Ende ist alles nur Schutt“, ärgert sie sich. Am meisten sorgt sie sich um den Musikverein „Tusen toner“, tausend Töne, eine Institution in Kiruna. Seit 30 Jahren ist er in einem denkmalgeschützten Gebäude zu Hause, das jedoch, anders als die Kirche, offenbar nicht umziehen wird. Einen Ersatz gibt es nicht. Lina und ihre Freunde sehen für alternative Jugendkultur künftig in der Stadt keinen Platz mehr.
Auch der Bergarbeiter Jari Söyrinki macht sich Sorgen. Lange seien Kiruna und das nahe gelegene Bergwerk in einem guten Sinne aufeinander angewiesen gewesen – doch der Umzug mache deutlich, dass die Stadt und ihre Menschen eigentlich nur noch gebraucht würden, um das Eisenerz aus der Erde zu holen – und die seltenen Erden, auf die man hier hofft. Kiruna drohe zu einer Kulisse zu werden, die für ihre Bewohner keine echte Heimat mehr sei.
Land
Deutschland
Jahr
2025
Herkunft
WDR
Re: Der Lehrer, der Genies macht
Re: Malta - Wüste oder Wasserlabor der Zukunft?
Re: Georgiens Kinder, für tot erklärt und dann verkauft
Re: Die Retter von Rumäniens Lost Places
Re: Zu viele Wildschweine in Belgien?
Re: Bombenalarm auf der Bühne
Die Oper in Lwiw trotzt dem Krieg
Re: Kiruna, eine Stadt zieht um
Re: Rumäniens Psychiatrie der Hoffnung
Re: Lettland rüstet sich gegen Putin
Re: Letzte Reise nach Belgien, zur Sterbehilfe
Re: Rettet alkoholfreier Wein die Winzer?
Re: Aufstand der Orcas?
Re: Junge Frauen und der harte Weg aus der Armut
Re: Das Austernwunder von Portugal
Re: Cosplay - Das Spiel mit einer anderen Identität
Re: Belgiens Mikrobrauer mit Herz und vollem Risiko
Re: Wenn Arbeiter Chefs werden
Re: In der Falle der Loverboys
Re: Moldaus Dörfer, zerrissen zwischen Russland und EU
Re: Liberland, der Krypto-Staat am Donaustrand
Re: Belgiens Mikrobrauer mit Herz und vollem Risiko
Re: Die letzten Venezianer
Re: Die Retter von Rumäniens Lost Places
Re: Kiruna, eine Stadt zieht um
Re: Die letzten Leuchtturmwärter Kroatiens
Re: Spurensucher in Nazi-Bunkern mitten in Polen
Re: Moldaus Dörfer, zerrissen zwischen Russland und EU
Re: Die letzten "Griechen" der Türkei
Auch interessant für Sie
Norwegen: Spitzbergens russische Kolonie
ARTE Reportage
Finnland - Winter im hohen Norden
GEO Reportage
Wilde Waterkant: Nordfriesland und seine Gänse
Tempel der Hochkultur - Wie Kulturbauten Städte aufwerten
Kleine Städte, große Wirkung
Iran: Die ersten Tage dieses Krieges
ARTE Reportage
Indien-China: Revanche für Mädchen
ARTE Reportage
Re: Wenn Toskana-Auswanderer älter werden
ARTE Reportage
USA / Gaza
Iran: Blutige Repression
Die meistgesehenen Videos von ARTE
Mit offenen Karten - Im Fokus
Straße von Hormus: Meerenge blockiert?
Die Farben der Antike
Iran: Die ersten Tage dieses Krieges
ARTE Reportage
Wie der Krieg im Mittleren Osten die Weltordnung verändert
ARTE Journal Sondersendung
Indien-China: Revanche für Mädchen
ARTE Reportage
Karambolage
Das Schamhaar / Die Kleintransporter / Die Sendung
Die Femme fatale in der Kunst
Ein Mythos und seine Demontage
Wie geht es weiter? Drei Szenarien für Iran
Mit offenen Karten - Im Fokus
Atomare Abschreckung: Schutzschirm für Europa?
Mit offenen Karten - Im Fokus
Hisbollah und Israel: Rückkehr des Krieges