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Eine kleine Geschichte der Fahrstuhlmusik
Von "Muzak" bis zum Streaming53 Min.
Verfügbar bis zum 02/12/2028
Die Fahrstuhlmusik wurde in den 1930er Jahren von einem US-General erfunden, um die Produktivität von Arbeitenden in Fabrik und Büro zu steigern. Nach und nach wurde sie zu einem wesentlichen Element der Verkaufsförderung in Supermärkten und Geschäften auf der ganzen Welt. Die Dokumentation erzählt, wie diese Musik, die eigentlich nicht zum Zuhören gedacht war, unsere Städte und unser Leben erobert hat.
Was ist das für eine Musik, die nicht zum Zuhören gedacht ist? In Restaurants, Supermärkten oder auf Parkplätzen erfüllt sie den Raum mit kleinen, harmlosen Melodien, die beruhigen, gute Laune verbreiten und zum Konsum anregen. Sie wurde insbesondere aufgrund der ersten, angsteinflößenden Aufzüge zur Beruhigung der Nerven entwickelt, in den 1920er Jahren. Damals erfand der US-Offizier George Owen Squier die „Muzak” – eine Wortschöpfung aus „Musik” und „Kodak” – da die Melodien im Kopf des Zuhörer „Klick“ machen sollten. 1922 gründete er die Firma Muzak, die über die Telefonleitungen Musik in Wohnungen übertrug. Nach seinem Tod im Jahr 1934 bot sein Nachfolger William Benton diese Erfindung Fabriken an. Um Lizenzgebühren zu sparen - und angesichts der Konkurrenz durch Radio und Grammophon – nahm er in den 1940er Jahren mit Hilfe von Ben Selvin, dem Dirigenten des Unternehmens, eigene Interpretationen von rund 7.000 Jazz- und Klassiktiteln auf. Muzak durchdrang daraufhin alle Lebensbereiche: Unternehmen, Hotellobbys und -bars, Banken, öffentliche Verkehrsmittel, Restaurants, Supermärkte und sogar Bestattungsunternehmen. Fast vierzig Jahre lang regierte sie die Welt – auch mit Coverversionen zahlreicher Hits, von Simon and Garfunkel bis zu den Beatles. Doch mit der Jahrtausendwende erscheinen die Streaming-Plattformen – diese Hürde war zu hoch für Muzak...„Man wird niemals Menschen sehen, die in den Gängen eines Einkaufszentrums oder in einer Fabrik so ausgelassen zu Muzak tanzen wie bei einem Konzert der Rolling Stones“, erklärt Paul Rekret, Dozent für Medienwissenschaften an der Universität Westminster. Muzak wurde entwickelt, um die Produktivität der Arbeitenden zu steigern und die Stimmung der Menschen in öffentlichen und privaten Räumen zu beeinflussen. Es steht für eine kapitalistische Haltung, im Gegensatz zum künstlerischen Schaffen. Anhand verschiedener Erfahrungsberichte – von Lehrern, Journalisten, Produzenten, Komponisten (darunter Jean-Michel Jarre und Brian Eno), normalen Hörern und Kritikern –, Archivbildern und Musikausschnitten zeichnet dieser unterhaltsame Dokumentarfilm ein Jahrhundert der Fahrstuhlmusik nach und entdeckt dabei ihre ungeahnte Schönheit. Und im Zeitalter von KI hat dieses Genre noch lange nicht ausgedient...
Die Kulissen für die Interviews wurden unter der Aufsicht des Grafikers und Regisseurs des Films mit Hilfe der Software Photoshop, After Effects und Midjourney erstellt.
Regie
David Unger
Autor:in
David Unger
Produktion
OLEO FILMS
Land
Frankreich
Jahr
2025
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