Alle diese Spiele teilen eine Gemeinsamkeit: Ob bei „Dunnet“, einem Text-Adventure Game, bei dem eine Chatbot-artige Konversation das Stilmittel der Wahl ist über das Cave-Adventure Game „Type:Writer“, in dem Buchstaben zu grafischen Elementen eigenen ästhetischen Rechts werden bis hin zu „Quadrilateral Cowboy“, einem Hackergame für Cyberpunks im 21. Jahrhundert – Schrift ist wesentlicher Bestandteil der visuellen Erfahrung der Menschen, sagt der Schriftexperte Oliver Linke. So wird die einfache Abbildung zur Erfahrung.
Aber mit welchem Ansatz wurden Spiele, die nur auf Buchstaben und Texten basieren, überhaupt konzipiert? Laut Prof. Dr. Lisa Gotto, Professorin für Medienwissenschaft, wurden Text-Adventure Games ursprünglich für Kinder entwickelt, zunehmend wurde die Schrift im Videospiel jedoch Spielfigur, Navigations- sowie Imaginationsinstrument zugleich und rückte sich damit in den Mittelpunkt des Gameplays. So wurden Texte im Game beweglich, weg von Zeilenförmigkeit und Linearität und solche Spiele gewannen an Attraktivität weit über die Kinderzimmer hinaus.
„Art of Gaming“ ist die deutsch-französische Webserie über Videospiele als Kunstgattung bei ARTE. E-Sport-Champion Melek Balgün ist der deutsche Host. Analysiert wird im für Videospiele typischen Let’s-Play-Format.