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"Disco sucks!" - Amerikas erster Kulturkampf
52 Min.
TV-Ausstrahlung am Mittwoch, 22. Juli um 22:55
Kulturelle Konflikte gehörten in den Vereinigten Staaten schon lange zur gesellschaftlichen Realität, bevor in den 60er- und 70er Jahren der Begriff "Kulturkampf" aufkam. Die "Disco Demolition Night", zunächst als lokale, provokante Marketingaktion gedacht, wirkte dabei wie ein Katalysator für bestehende soziale Spannungen und verwies bereits auf einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Ein Rückblick auf ein amerikanisches Phänomen.
In den 1970er Jahren erlebten die USA einen tiefgreifenden Kulturwandel, den der rasante Aufstieg der Discomusik zusätzlich beschleunigte. Disco entstand ab 1974 aus Funk, Phillysound und lateinamerikanischen Rhythmen. Zunächst war sie vor allem in Schwulenclubs zu Hause. Den Durchbruch im Mainstream brachte 1977 der Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta: Von da an wurde Disco zur Lieblingsmusik vieler Amerikanerinnen und Amerikaner und verdrängte den Rock von seiner Spitzenposition. Dabei war Disco mehr als ein Musikstil; sie wurde auch zum Ausdruck einer Pride-Bewegung diskriminierter Minderheiten.
Viele Rockfans hielten Disco dagegen für seicht und oberflächlich. "Disco war elektronische Musik, und Discofans mochten Clubs, in die man nicht reinkam, wenn man nicht schick genug angezogen war", sagte Lee Abrams, Erfinder des Rundfunkformats "Album Oriented Rock" (AOR). "Rocker hingegen mochten Riesenkonzerte mit echten Drummern und echten Gitarristen. Ihre Uniform war Jeans und T-Shirt. Rocker fanden Disco vor allem deshalb blöd, weil sie sich bedroht fühlten."
Ihren Höhepunkt erreichten diese Spannungen am 12. Juli 1979 bei der "Disco Demolition Night" während eines Baseballspiels in Chicago mit rund 50.000 Rockfans, die meisten waren eigens dafür angereist. Bereits während des ersten Spiels flogen Disco-LPs wie Frisbees von den Rängen, mehrere Menschen wurden getroffen und verletzt. Als die Veranstalter zwischen den beiden Spielen eine Kiste mit Disco-Alben sprengten, stürmten die meist weißen Disco-Gegner das Spielfeld, zertrampelten den Rasen und beschädigten die Technik. Erst die Polizei brachte die Lage wieder unter Kontrolle.
"Disco sucks! – Amerikas erster Kulturkampf" handelt deshalb von weit mehr als Musik. Die Dokumentation zeigt, wie die mächtige Anti-Disco-Bewegung eine kulturelle Spaltung offenlegte, die auch von Rassismus und Homophobie geprägt war.
Viele Rockfans hielten Disco dagegen für seicht und oberflächlich. "Disco war elektronische Musik, und Discofans mochten Clubs, in die man nicht reinkam, wenn man nicht schick genug angezogen war", sagte Lee Abrams, Erfinder des Rundfunkformats "Album Oriented Rock" (AOR). "Rocker hingegen mochten Riesenkonzerte mit echten Drummern und echten Gitarristen. Ihre Uniform war Jeans und T-Shirt. Rocker fanden Disco vor allem deshalb blöd, weil sie sich bedroht fühlten."
Ihren Höhepunkt erreichten diese Spannungen am 12. Juli 1979 bei der "Disco Demolition Night" während eines Baseballspiels in Chicago mit rund 50.000 Rockfans, die meisten waren eigens dafür angereist. Bereits während des ersten Spiels flogen Disco-LPs wie Frisbees von den Rängen, mehrere Menschen wurden getroffen und verletzt. Als die Veranstalter zwischen den beiden Spielen eine Kiste mit Disco-Alben sprengten, stürmten die meist weißen Disco-Gegner das Spielfeld, zertrampelten den Rasen und beschädigten die Technik. Erst die Polizei brachte die Lage wieder unter Kontrolle.
"Disco sucks! – Amerikas erster Kulturkampf" handelt deshalb von weit mehr als Musik. Die Dokumentation zeigt, wie die mächtige Anti-Disco-Bewegung eine kulturelle Spaltung offenlegte, die auch von Rassismus und Homophobie geprägt war.
Regie
Rushmore DeNoyeer
Land
USA
Jahr
2023
Herkunft
ARTE F
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