Fast ein Familientreffen: hr-Chefdirigent Alain Altinoglu, in Paris geboren, hat armenische Wurzeln. Und der aus Eriwan stammende Sergey Khachatryan wuchs in Frankfurt am Main auf, als eines der größten Violin-Talente der letzten Jahrzehnte.
Aram Chatschaturjans 1940 entstandenes Violinkonzert hat alles, was sich ein Geiger nur wünschen kann: Feuer, Brillanz, die große Kantilene ebenso wie den leichten, aber immer spürbaren folkloristischen Einschlag. Und es verlangt einen echten Virtuosen wie Sergey Khachatryan, der von sich sagt, dass er, wäre er nicht Geiger geworden, auch Rennfahrer sein könnte. Den Adrenalin-Kick sucht er immer, auf dem Podium wie auch im Leben. Und er spielt jedes Konzert mit einer künstlerischen Verausgabung, als wäre es ein letztes.
Viel Einsatz von den Musikern fordert - und verströmt – auch Igor Strawinskys Le sacre du printemps. Komponiert als Ballettmusik, zu der nicht gefedert und getrippelt, sondern gestampft und gesprungen wird - musikalischer Ausdruck für das Pulsieren und Vibrieren der erblühenden und sprießenden Natur. Das konnte das Publikum bei der Uraufführung 1913 offenbar kaum ertragen, und es gab Proteste und Tumulte. Inzwischen ist das Sacre eines der bekanntesten und beliebtesten Kompositionen des 20. Jahrhunderts.
Aufzeichnung vom 17. April 2026 in der Alten Oper Frankfurt, Deutschland.
Programm:
Aram Khatchaturian - Adagio von Spartacus und Phrygia
Aram Khatchaturian - Violinkonzert
Igor Strawinsky - Le sacre du printemps