Von Black Sabbath bis Sabaton, von Iron Maiden bis Amon Amarth: Metal hat Kriege, Schlachten und Panzer immer wieder in Musik und Bildwelten übersetzt. Mit den Bands „Kanonenfieber“ aus Deutschland und „1914“ aus der Ukraine rückt nun auch der Erste Weltkrieg ins Zentrum. Woher kommt diese Faszination für den Schrecken des Krieges? Und warum lassen sich Hunderttausende Fans von Black- und Death-Metal-Songs über Schützengräben, U-Boot-Havarien und Soldaten in der Kriegsmaschinerie mitreißen?
Tracks trifft Noise, den Kopf von „Kanonenfieber“, und seinen Recherchepartner Dani, der historische Briefe, Fotos und Soldatenschicksale sammelt. Im Kohlekeller Studio des Metal-Produzenten Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner begleitet Tracks die Arbeit an einem neuen Kanonenfieber-Song, der auf echten Feldpostbriefen eines jungen Soldaten beruht. In einem exklusiven Interview erzählt Noise, worum es ihm bei „Kanonenfieber“ geht und wie die Band die Grenze zwischen einem schweren Thema und einem mitreißenden Konzerterlebnis auslotet.
Im Deutschen Panzermuseum Munster ordnet Historiker Ralf Raths die lange Verbindung von Metal, Gewalt und Kriegsästhetik ein. Das Museum sammelt nicht nur Panzer, sondern auch Objekte aus dem Extreme Metal, die sich mit Krieg, maschineller Gewalt und schwerem Gerät auseinandersetzen.
Eine andere Perspektive bringt die ukrainische Band „1914“ ein. Sänger Dmytro Kumar arbeitete früher als Kriegsarchäologe und grub in den Karpaten die Überreste gefallener Soldaten aus. Mit „1914“ verarbeitet er diese Erfahrungen sowie seine Recherchen zum Ersten Weltkrieg. Die Band gründete sich 2014 – in dem Jahr, in dem Russland die Krim besetzte und erneut Krieg in die Ukraine zurückkehrte. Dmytro erzählt, wie diese Gegenwart die Band prägt und ihren Blick auf historische Kriegserzählungen verändert.