Johannes Brahms verbringt die letzten 25 Jahre seines Lebens in der Wiener Karlsgasse 4 und wird auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich heute das Wiener Konzerthaus. Dort interpretieren die Wiener Symphoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Petr Popelka gemeinsam mit der russischen Pianistin Yulianna Avdeeva Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll, op. 15 von Johannes Brahms.
Bei der Uraufführung am 22. Januar 1859 im Königlichen Hoftheater in Hannover sitzt der 25-jährige Brahms selbst am Klavier. Ursprünglich als Sonate für zwei Klaviere konzipiert – die ersten Sätze spielt Brahms häufig gemeinsam mit Clara Schumann –, entsteht das Werk mit Unterstützung seines Freundes Joseph Joachim schließlich als Klavierkonzert. Zunächst als mögliche 1. Symphonie gedacht, entwickelt es sich zu einem Klavierkonzert mit einem für seine Zeit ungewöhnlichen Kopfsatz in Sonatenform.
Bei Publikum und Kritik stößt das Werk zunächst auf wenig Zustimmung. Die Musikzeitschrift "Signale für die musikalische Welt" schreibt sogar, "dass eine neue Composition zu Grabe getragen wurde". Heute gehört Klavierkonzert Nr. 1 zu den bedeutendsten Werken der Gattung. Im Rahmen von europiano, dem Tag der schönsten Klavierkonzerte Europas, eröffnet Yulianna Avdeeva gemeinsam mit den Wiener Symphonikern unter Petr Popelka den Konzerttag in Wien.
Aufzeichnung vom 21. Juni 2026 im Wiener Konzerthaus, Wien, Österreich.