Richard Strauss: Die Frau ohne Schatten
Festival von Aix-en-Provence 2026253 Min.
Verfügbar bis zum 09/07/2029
Die Suche nach dem Licht
Die Frau ohne Schatten wurde 1919 in Wien uraufgeführt. Sie gilt als anspruchsvollste Oper von Strauss, das Libretto stammt von Hugo von Hofmannsthal. Das ungewöhnliche Werk ist eine Initiationsgeschichte und schreibt sich mit ihrer humanistischen Botschaft in die Tradition der Zauberflöte ein. In einer von Hofmannsthal imaginierten Welt, die sich irgendwo zwischen 1001 Nacht und den Märchen der Gebrüder Grimm ansiedelt, leben Sterbliche und Geister, vereinen sich Fantastik und Realismus. Der Schatten, ein zentrales Motiv der Oper, wurde lange Zeit als Symbol für die zunächst verweigerte, dann erfüllte Mutterschaft verstanden. Barrie Kosky (Les noces de Figaro) inszeniert in Aix-en-Provence den Schatten als Allegorie der menschlichen Seele. Aus seiner Sicht ist die Kaiserin nicht etwa eine unvollkommene Frau, weil sie kein Kind bekommt. Vielmehr will sie alle Facetten ihres Wesens – die hellen und die dunklen, die tugendhaften und die gewalttätigen – ausleben. Durch diesen Bruch mit der traditionellen Lesart wird Koskys Vision der Frau ohne Schatten zu einer Meditation über Bewusstwerdung. Der australische Regisseur erklärt das Stück nicht, er eröffnet Interpretationsspielräume. Er konzentriert sich darauf, die emotionale und spirituelle Kraft dieser einzigartigen Oper zur Geltung zu bringen – einer Oper, die von den Schatten handelt, die jeder Mensch in sich trägt, aber auch von der erstaunlichen und zarten Schönheit des menschlichen Strebens nach Licht und nach Liebe.
Aufzeichnung vom 9. Juli 2026 beim Festival d’Aix-en-Provence.
Mit
Vida Miknevičiūtė
Michael Spyres
Nina Stemme
Ambur Braid
Inszenierung
Barrie Kosky
Dirigent/-in
Klaus Mäkelä
Regie
Corentin Leconte
Corentin Leconte
Land
Frankreich
Jahr
2026
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